PILZE, KREBS & IMMUNKRAFT


 

Wissenschaftler werben bereits seit längerer Zeit für Obst und Gemüse, das hilft, das Risiko der Erkrankung an Herzkrankheiten sowie der Entstehung von Schlaganfällen und einigen Tumorarten zu verringern. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass jeder Nährstoff oder eine chemische Verbindung, die in einem Nahrungsmittel enthalten sind, vor Krankheiten schützt. Es ist viel wahrscheinlicher, dass erst eine Verbindung von mehreren in der Nahrung enthaltenen Nährstoffen für unseren Körper einen wirksamen Schutz darstellen kann.

Wohl wissend, dass Pilze dank ihrer Nährstoffe und Antioxidantien so viele Vorteile bieten können, war im nächsten Schritt zu überprüfen, welchen Einfluss Pilze generell auf die Physiologie des Menschen ausüben. Zwischenberichte deuten darauf hin, dass Pilze in der Tat unsere Abwehrkräfte stärken.

Viele dieser Untersuchungen konzentrieren sich auf exotische Pilze, aber die Forscher von der Tufts Universität entdeckten, dass weiße Champignons die Funktion der NK-Zellen[1] bei Mäusen verbessern (Wu 2007), indem sie bei ihnen die Intensivierung der Entzündungen in den Gelenken verringerten (Chandra 2011) und indem sie die Produktion von antibakteriell wirkenden Peptiden unterstützten (Kuvibidila 2010). Ein weiterer Bericht der Staatlichen Universität in Pennsylvania ergab, dass den Mäusen verabreichte Pilzextrakte die Entzündungen hemmen und die antitumorale Immunantwort stärken (Yu 2009).

Seit dieser Zeit bewiesen die Forscher von der University of Western Sydney, dass Pilze die Produktion von IgA[2] in dem Speichel gesunder Menschen fördern und den Indikator für den IgA-Spiegel an anderen Stellen, wie die Darm- und die Harwegeschleimhaut erhöhen (Jeong 2011). In einer ergänzenden Untersuchung konnten Sie zwei Polysaccharide bei Pilzen identifizieren, die das Wachstum des Brustkrebses hemmen, wahrscheinlich durch die Unterstützung der Funktion der Makrophagen [3] (Jeong 2012).

Es ist nicht überraschend, dass Pilze eine Rolle bei der Senkung des Risikos einer Krebserkrankung spielen, obwohl sie weder zu Obst noch zu Gemüse gezählt werden können. Untersuchungen zeigen, dass Pilzextrakte das Wachstum von Brustkrebs hemmen (Chen 2006)."Der Verzehr von 100 g Pilzen täglich, oder sogar weniger, kann der Entstehung von Brustkrebs vorbeugen“, sagte der leitende Forschungsleiter Dr. Shiuan Chen. Doktor Chen leitete die klinischen Untersuchungen an, und zurzeit warten wir auf die Ergebnisse der Forschungsarbeiten.

Die Untersuchungen der University of Western Sydney aus dem Jahr 2009 ergaben, dass Frauen, die durchschnittlich gerade Mal 10 g Pilze täglich aßen, das Risiko der Erkrankung an Brustkrebs um 65% senkten (Zhang 2009). Es wurde eine Untersuchungsreihe an 1009 an Brustkrebs erkrankten chinesischen Frauen und einer entsprechenden Kontrollgruppe durchgeführt, wobei die erste Gruppe ihre Diät und ihren Lebensstil ändern musste. Im Vergleich zu denen, die keine Pilze aßen, senkte die, die jeden Tag 10 g Pilze oder mehr zu sich genommen hatte, das Risiko einer Brustkrebserkrankung um mehr als 60%. Der Schutz stieg zusätzlich an, wenn die Frauen parallel dazu eine Tasse Grüntee (1g getrocknete Teeblätter) tranken. Der gleiche Effekt wurde bei Frauen vor und nach der Menopause beobachtet. Die am häufigsten verzehrte Pilzart war der Champignon - Agaricus bisporus[4].

Zwei andere Untersuchengen erwiesen ebenfalls den Zusammenhang zwischen den Champignonessern und dem wesentlich geringeren Risiko der Erkrankung an Brustkrebs, und zwar um 50-60% im Vergleich zu Frauen, die keine Pilze essen (Hong 2008, Shin 2010). Da drei Untersuchungsreihen einen ähnlichen Effekt erweisen konnten, bewog dies die Menschen zur Durchführung von Untersuchungen, um zu prüfen, ob das Brustkrebsrisiko bei Frauen besonders aufgrund der in Pilzen enthaltenen chemischen Verbindungen reduziert wird.

Pilze wurden mit der Krebsvorbeugung in einem bestimmten Zeitraum in Verbindung gebracht. Auf welche Art und Weise können Pilze beim Schutz unserer Gesundheit helfen? Eine Antwort kann teilweise die Tatsache liefern, dass Pilze Verbindungen enthalten, die die Entwicklung von zwei Enzymen hemmen, den sog. Aromatasen und den 5-Alpha-Reduktasen (Grube 2001, Chen 2006). Ein Hormon der Aromatase wandelt die Androgene in Estrogen um, das wiederum die Bildung von Brustkrebs fördern kann, besonders bei Frauen nach der Menopause. Zurzeit werden die Inhibitoren der Aromatase[5] bei der Behandlung der estrogenabhängigen Brusttumoren genutzt. Aromatase wurden auch in anderen Tumoren gefunden, wie z. B. In Eierstock-, Gebärmutter-, und Prostatakrebs; Es wird angenommen, dass Inhibitoren eine bedeutende Rolle bei der Vorbeugung von solchen Tumorarten spielen können (Hong 2006).

Das Enzym 5-Alpha-Reduktase wandelt das Testosteron in das Dihydrotestosteron. Es wird angenommen, dass es eine wesentliche Rolle in der Entwicklung des Prostatakrebses und der benignen Prostatahyperplasie spielt. Die Inhibitoren dieses Enzyms senken das Risiko des Prostatakrebses.  Die In-vivo-Untersuchungen an tierischen Zellen suggerieren, dass Pilze eine Rolle beim Schutz der Menschen vor Prostatakrebs spielen können (Chen 2004). Dasselbe Forschungsteam stellte fest, dass Champignons den Prostatatumor verkleinern und seine Verbreitung hemmen sowie die Todesrate der Tumorzellen bei Mäusen (Adams 2008).

Es gibt zwei Untersuchungen bezüglich des Potenzials der Pilze, das Risiko der Krebserkrankung zu senken, indem das Immunsystem gestärkt wird (Borchers 2008; Ziadman und gemeinsame Arbeit 2005). Zwei chemische Verbindungen in Pilzen, die über die meisten diese These bestätigenden Beweise verfügen, scheinen β-Glucane und Peptide, d. h. Peptidbindungen zu sein.

Glucane fördern das retikulohistiozytäre System der Phagozyten (z. B. der Makrophagen und der Monozyten), die fremde Zellen fressen. Pilze enthalten überdies Lektine (bio-aktive Proteine) und andere chemische Verbindungen, die eng mit der Senkung des Risikos einer Krebserkrankung zusammenhängen und bei dessen Behandlung potenziell helfen können (De Mejía 2005 Jedinak 2008).

Obwohl es zu früh ist, um sagen zu können, dass der Verzehr von Pilzen vor Brust- oder Prostatakrebs schützt, sieht die Zukunft viel versprechend aus, und die Rolle der Pilze bei der Senkung des Risikos der Erkrankung an die beiden Krebsarten kann eine große Bedeutung haben. Die Fortsetzung der Untersuchungen, sowohl dieser, die an Menschen als auch jener, die in Labors durchgeführt wurden hilft festzustellen, ob Pilze eine besondere Rolle beim Schutz vor Krebs spielen.


 


[1] NK-Zellen (natürliche Killer-Zellen) bilden die erste Abwehrlinie vor Krankheitserregern (Viren) und eigenen veränderten Zellen (Krebszellen); http://www.almamedia.com.pl/pliki/OP/2007/3/OP_2007_3_115.pdf [Zugang: 14.01.2013r.]

[2] IgA, aufgrund seiner Dominanz in dem Immunsystem der Schleimhäute, stellt es die erste Verteidigungslinie des Körpers vor schädlichen Umweltfaktoren dar. Die sekretorische Form des Immunglobulins A (sIgA) ist unter anderem für die Agglutination der Bakterien, die Hemmung der bakteriellen Adhäsion an die Epithel der Schleimhäute, die Absorption der Nahrungsantigene und nicht zuletzt für die Neutralisierung der Viren, der Toxine sowie der durch die Mikroorganismen produzierten Enzyme verantwortlich; http://www.phmd.pl/pub/phmd/vol_61/9950.pdf [Zugang: 14.01.2013r.]

[3] Makrophagen – gehören zu den freien Zellen des Bindegewebes, sie entstehen aus den aus dem Knochenmark stammenden Stammzellen. Direkt entstammen sie den Monozyten, die das Blut verließen.

Makrophagen werden in sessile und wandernde Makrophagen unterteilt. Ihre Hauptaufgabe ist die Verteidigung des Organismus: Phagozytose und die Synthese verschiedener an den Immunprozessen beteiligten Produkte; http://pl.wikipedia.org/wiki/Makrofag[dostęp: 14.01.2013r.]

[4] Der Zweisporige Egerling

[5] Gruppe von Arzneimitteln, die die Aktivität der Aromatase blockieren

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